Die Maine Coon


Herkunft

Die Amerikanische Waldkatze, die Maine Coon, hat sich als natürliche Katzenrasse in Nordamerika entwickelt, soviel ist sicher.

Die Natur findet immer einen Weg, unwirtliches Gebiet zu besiedeln, neue Lebensräume einzunehmen. Natur ist aber nicht verschwenderisch. Hat sich einmal ein Tier durchgesetzt, das mit seinen Merkmalsausprägungen ausreichend überleben kann, wird nichts mehr „getunt“.

Im rauen Klima von Maine haben eben nur sehr robuste Tiere eine Überlebenschance. Die Voraussetzung dafür ist zunächst eine hinreichende Größe, um den Wärmeverlust zu optimieren (Verhältnis von Volumen zu Oberfläche). Ein wasserabweisendes, windundurchlässiges Fell, breite Pfoten mit Fell zwischen den Zehen, die als Schneeschuhe dienen, helfen natürlich.

Seit etwa 1850 ist die Maine Coon in der heutigen Form genetisch nachgewiesen und 1861 wurden sie zum ersten Mal als eigenständige Rasse in Büchern erwähnt.

Anerkennung bei den amerikanischen Katzenvereinen fand diese Naturrasse erst 1973. Der bis heute größte Katzenverband CFA (Cat Fanciers Assiciation) erkannte sie sogar erst 1976 offiziell als Rassekatze an. Auch in Deutschland ist die Maine Coon inzwischen sehr beliebt geworden und wird seit etwas 25 Jahren gezüchtet.

Legenden um die Maine Coon (Quelle:  Wikipedia)

Um den Ursprung der Maine Coon ranken sich verschiedene Geschichten und Mythen.

Das Aussehen der frühen Maine-Katzen, speziell der buschige Schwanz, erinnerte die Einwohner der Neuengland-Staaten stark an einen Waschbären (engl. coon oder racoon). So entstand der Mythos, dass die Maine Coon aus der Verpaarung Katze mit Waschbär hervorgegangen sein soll, was aber biologisch unmöglich ist.

Eine andere Geschichte handelt von einem Kapitän Coon, der als Handelskapitän die Neuengland-Staaten bereiste. Wenn der Kapitän von Bord ging, folgten ihm seine langhaarigen Schiffskatzen, und während er Handel trieb, paarten sich seine Katzen mit den Hafenkatzen. Und wenn nach neun Wochen wieder irgendwo eine langhaarige Katze in einem Wurf lag, so lautete der Kommentar: „Wieder eine Coon-Katze!“

Eine dritte Theorie lautet, dass sie aus der Kreuzung langhaariger Katzen der französischen Königin Marie Antoinette (von der man weiß, dass sie langhaarige und flauschige Tiere liebte und von der in der Tat viele Privatsachen in einem Schiff nach Amerika/Maine kamen) mit einheimischen Katzen entstanden sind.

Eine vierte Legende geht davon aus, dass es sich bei den Maine-Coon-Katzen um Nachkommen von Norwegischen Waldkatzen handelt, die um das Jahr 1000 n. Chr. mit dem Wikinger Leif Eriksson als Schiffskatzen nach Neuengland gelangt waren und sich dort vermehrten. Die Waldkatzenrassen sind sich in der Tat alle relativ ähnlich.

Andere Autoren vermuten, die Maine Coon sei durch natürliche Selektion aufgrund der sehr kalten, harschen Winter in Neuengland entstanden, in denen nur die stärksten, größten und an den Winter am besten angepassten Katzen überleben konnten.

Dem entgegen steht die Tatsache, dass derartige evolutionäre Anpassungen wesentlich längerer Zeiträume bedürfen. Erste Hinweise auf langhaarige Katzen im Maine-Coon-Typ sind erst für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts belegt. Die Vereinigten Staaten sind ein Einwandererland. Praktisch jedes Schiff hatte zur Rattenbekämpfung Schiffskatzen an Bord und auch besser gestellte Einwanderer werden ihre Haustiere mitgebracht haben. Sehr wahrscheinlich ist das Langhaar-Gen bei Katzen auf diese Weise in die USA gekommen.
 

Nationalkatze

Die vielen Geschichten, die man sich zur Entstehung der Maine Coon erzählte, faszinierten die Einwohner so sehr, dass der Gouverneur von Maine sie im April 1985 als offizielle Nationalkatze in die Staatsbücher eintragen ließ.
 

Eigenschaften

Die Maine Coon ist als ursprüngliche working cat ein begabter Jäger, auch sind sie im Allgemeinen intelligente und verspielte Tiere. Sie benutzen mit Vorliebe ihre Pfoten, was dazu führt, dass sie problemlos Türen und Wasserhähne öffnen und kleine Objekte aufnehmen können. Maine Coons sind auch begabte „Apportierer“. Viele Maine Coons nehmen ihr Futter mit der Tatze auf und fressen nicht direkt aus dem Futternapf, sie sind auch sehr oft ausgesprochen wasserliebend und spielen gerne damit. Ihre Stimme ist eher leise und sehr hoch, eigentlich nicht der Größe der Tiere angepasst, dafür ist die Maine Coon sowohl mit Menschen als auch ihren Artgenossen sehr gesprächig. Trotz dieser leisen „gurrenden“ Stimme kann sie ganz gezielt und sehr deutlich auf ihre Wünsche aufmerksam machen. Häufig sind Maine Coon sehr „sozial“ eingestellte Katzen. Wenn sie mit anderen Haustieren, nicht nur Katzen, zusammenleben, werden diese oftmals von ihnen geduldet.

Ihr Umgang mit Menschen ist als ausgesprochen freundlich und anhänglich zu bezeichnen. Maine Coons haben einen außerordentlichen Gefühlsreichtum ins sich, den sie ihren Menschen gegenüber zeigen.
 

Die Farben der Maine Coon

Die Grundfarben ohne Bänderung des Haares (Non Agouti):

1. Black (schwarz)
2. Blue (Verdünnung des schwarzen Pigmentes im Haar)
3. Red (rot)
4. Creme (Verdünnung des roten Pigmentes im Haar)
5.White (weiß)

Kombinationen der Grundfarben und Extras:

1. Black/white
2. Black mit Rotanteil = Tortie  (schildpatt), nur bei Weibchen, da Rot- und Schwarzanteile X-chromosomal vererbt werden
3. Tortie mit Weiß („Glückskatzen“)
4. Blue mit Cremeanteil (verdünnte Form von 2.), auch in Kombination mit weiß
5. Smoke (die Hälfte des Haares von der Wurzel an ist silber gefärbt)

Die Bänderungen (Agouti, ursprüngliche Färbung)

1. Räder- oder Stromzeichnung (engl. tabby)
2. Getigert (engl. mackerel, von Makrele)
3. Getupft (engl. spotted, unterbrochenes mackerel)
4. Gestrichelt (engl. ticked)

 

tabby classic

tabby mackerel

tabby spotted

tabby ticked

 

tabby classic

tabby mackerel

tabby spotted

tabby ticked

Ein Tortie-Mädchen mit zusätzlicher Bänderung des Haares über den kombinierten Grundfarben (tortie und tabby) ergibt ein Torbie-Mädchen.

Ist das Haar bis zur Hälfte silberfarben und dann gebändert, ergibt sich ein silver tabby.


Der FIFE-Farbcode

Der Fife Farbcode ist rassenunabhängig. Es gibt für jede Rasse einen eigenen Farbcode, bzw. auch für Fellfarbe, Weißanteil, Scheckungsanteil, Augenfarbe , Zeichnung des Fells. Er wurde entwickelt um ein Länder übergreifendes einheitliches System für alle Rassen zu schaffen und Verwirrungen in den verschiedenen Ahnentafeln zu vermeiden, denn es gibt inzwischen sehr viele Rassekatzenvereine und ein Jeder hat seine eigene Art das Erscheinungsbild der jeweiligen Katze zu dokumentieren
 

Für die Rasse Maine Coon zutreffende Abkürzungen:

MCO = Maine Coon
 

Farben

w = weiß
n = schwarz
a = blau
d = rot
e = creme
f = black-tortie
g = blue-tortie
s = silber & smoke

Zeichnung:

01 = Van                                02 = Harlekin
03 = Bicolour
09 = versch.
11 = shaded
22 = classic / blotched
23 = getigert / mackerel
24 = getupft / spotted

Augenfarbe:

61 = blau
62 = orange
63 =  odd - eyed

64 = grün


Hier finden Sie die Fife-Standards der Maine Coon als pdf-Datei:

(Zum Betrachten benötigen Sie den Acrobat-Reader, diesen können Sie hier kostenlos downloaden.)
 

Besonderheiten

Diese Tiere verkörpern durch ihre Größe und imposante Erscheinung unseren Traum einer Katze. Sanfte Riesen - so werden sie in Kenner-Kreisen bezeichnet - die sich kaum aus der Ruhe bringen lassen.  Sie sind wahrlich die Hunde unter den Katzen - extrem kontaktfreudig, gesprächig, kuscheln intensiv, ohne aufdringlich oder unruhig zu wirken.

 

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